erweiterte Suche  
 
In unserem Archiv finden Sie Inhalte unserer älteren Ausgaben.

Sehr geehrter Kunde. Wenn Sie noch nicht Abonent unseres Gesellschaftsmagazins sind können Sie dies hier nachholen. Senden Sie uns ein kurzes e-mail, und wir werden uns sofort um Sie bemühen.

Sie sind hier aufsuedtirolerin / Reportagen & Porträts / Zwei neue Sterne am Opernhimmel:

Zwei neue Sterne am Opernhimmel

Ausgabe März 2009

Marlene Lichtenberg und Martina Bortolotti

Anfang Januar stand mit der Oper „Julie“ (von Philippe Boesmans) erneut zeitgenössische Musik im Mittelpunkt der diesjährigen Spielzeit im Bozner Stadttheater. Regie führte bei der Neuinszenierung Manfred Schweigkofler, die Academia Neue Musik Bolzano lieferte die Musik zu dem Stück, das auf einer Erzählung Strindbergs beruht. Und: Zwei Südtiroler Sängerinnen waren mit von Partie, die wir hier vorstellen möchten, Martina Bortolotti und Marlene Lichtenberg. Beide sind ausgebildete Sängerinnen und haben in diesem Jahr noch viel vor. Martina zum Beispiel wird eine Südtiroltournee mit einem Liederabend unternehmen, Mezzosopran Marlene steht im April bei dem Puchheimer Taschentheater auf den Brettern, die die Welt bedeuten – um nur einige Produktionen der beiden zu nennen. Sie waren so nett, und haben uns ein paar Fragen beantwortet.

 

 

 

 

Die SÜDTIROLERIN: Ist die Liebe zur Musik familiär bedingt, und wurden Sie von der Familie gefördert, diesen Weg zu gehen?

Martina Bortolotti: Die Liebe zur Musik war schon in der Familie, auch wenn mehr zur Pop-Musik. Als ich ein Kind war, spielte mein Vater Gitarre und begleitete sich beim Singen von Schlagern. Schon zu dieser Zeit besuchte ich die Musikschule und den Leonhard-Lechner-Kinderchor. Unter der Leitung von Ida Pamer hatten wir unsere ersten Auftritte, es war sehr lustig!

Marlene Lichtenberg: Mein Vater ist ein begeisterter Flügelhornspieler, meine Mutter seine beste Zuhörerin. Begonnen habe ich mit der Volksmusik, das Hackbrett hat mich fasziniert. Mit 13 sang ich im Kirchenchor mit, dessen Leitung ich mit 18 Jahren übernommen und noch heute innehabe.

Meine Eltern haben mich auch dann unterstützt, wenn mein Weg für sie nicht so verständlich war. Das ist es, was sie auszeichnet.

Die SÜDTIROLERIN: Spielen Sie auch ein Instrument (außer der Stimme)?

Martina Bortolotti: Ich hab als Kind Blockflöte und Gitarre, dann am Konservatorium auch Klavier gelernt, jetzt spiele ich nur selten Klavier, meistens, um mich beim Singen zu begleiten.

Marlene Lichtenberg: Ich spiele Klavier, vorrangig um meine Rollen selbst einzustudieren.

Die SÜDTIROLERIN: Hatten Sie Lampenfieber?

Martina Bortolotti: Natürlich! Das habe ich fast immer, es ist aber ein schönes, großes Gefühl, es gibt dir die Lust, alles zu geben und eins mit der Musik zu werden.

Marlene Lichtenberg: Ein Künstler ohne Lampenfieber, gibt es das? Das richtige Maß, das die künstlerische Leistung fördert, ist für mich ausschlaggebend.

Die SÜDTIROLERIN: Wie gefällt Ihnen die Arbeit in Bozen?

Martina Bortolotti: Sehr gut, das Arbeitsverhältnis ist sehr menschlich und liebenswürdig; nicht nur ich, sondern auch die Sänger und Musiker aus dem Ausland haben sich zu Hause gefühlt.

Marlene Lichtenberg: Das positivste Erlebnis war für mich unsere Dirigentin Joana Carneiro. Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich in ihren Kreis aufgenommen haben, allen voran dem Intendanten des Stadttheaters Manfred Schweigkofler.

Die SÜDTIROLERIN: Besprechen Sie sich bei einer neuen Produktion mit einer Person Ihres Vertrauens?

Martina Bortolotti: Ja, was die Rolle anbelangt mit meinem Gesangslehrer Vito Brunetti, und was den Rest der Produktion betrifft mit meinem Agenten und meiner Familie.

Marlene Lichtenberg: Ja, mein Impresario und ich besprechen sehr sorgfältig jedes Angebot. Die Entscheidung liegt dann bei mir selbst.

Die SÜDTIROLERIN: Stärkt eine solche Aufführung das Selbstbewusstsein?

Martina Bortolotti: Ja, ich denke jede Aufführung tut das, es ist wie bei jeder gelungenen Arbeit, sie kostet uns Mühe – belohnt uns aber mit den Ergebnissen. In diesem Fall hatten wir gute Kritiken, und vor allem habe ich sehr schöne Komplimente vom Publikum bekommen. Wenn du das Funkeln in den Augen der Menschen siehst und merkst, dass sie den Abend genossen haben und bereichert und zufrieden nach Hause gehen, ist das ein Gefühl großer Gemeinsamkeit und Freude, das uns alle stärkt!

Marlene Lichtenberg: Es ist mehr das Gefühl von innerer Gewissheit, einen wichtigen Schritt gemacht zu haben, denn dieser ist die Basis für meinen künftigen Weg.

Die SÜDTIROLERIN: Können Sie sich einen gemeinsamen Auftritt mit Größen wie Cecilia Bartoli vorstellen?

Martina Bortolotti: Ja, das wäre super! Ich glaube, sie ist auch sehr sympathisch und lustig!

Marlene Lichtenberg: Jede Zusammenarbeit mit einem großen und erfolgreichen Star ist eine Herauforderung, zum einen, um zu lernen, zum anderen, um sich an ihnen zu orientieren.

Die SÜDTIROLERIN: Interessieren Sie sich für Popmusik?

Martina Bortolotti: Ja, ich liebe Musik in allen Bereichen, es gibt wirklich sehr viele gute Popsänger. Wie in der Opernmusik habe ich auch da meine Lieblingsstimmen und Lieder. Manchmal schau ich auch X-Faktor, viele Kandidaten sind Chöre und Ensembles von Sängern, das find ich toll! Wir haben ja auch eine große Tradition, was das Chorsingen betrifft. Die ersten Opernaufführungen in großen Theatern wie „La Scala“ habe ich als Chorsängerin gemacht, im September kam es dann zu einer kleinen solistischen Rolle.

Marlene Lichtenberg: Der Begriff „Popmusik" ist sehr umfassend. Da müsste man genauer differenzieren. Erstmal trete ich aber jeder Musiksparte offen gegenüber.

Die SÜDTIROLERIN: Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Martina Bortolotti: Mit meinen Kollegen auf den Berg oder ans Meer gehen. Wir gehen auch sehr gern aus: Essen, ins Kino und zur Oper.

Marlene Lichtenberg: Ich gehe in die Berge, um neue Kraft zu schöpfen, Erlebtes zu verarbeiten und mich auf Zukünftiges zu freuen.

Die SÜDTIROLERIN: Die nächsten Projekte?

Martina Bortolotti: Ich hab als Preisträgerin des Puccini-Wettbewerbs in Innsbruck ein paar Konzerte in Innsbruck und Salzburg, dann Liedkonzerte in Südtirol und Beethovens 9. Symphonie am Teatro Comunale von Vicenza.

Marlene Lichtenberg: Jetzt folgt unmittelbar in Košice (Slowakei) die Oper „Un ballo in maschera", danach beginnen die Proben in München für die Produktion „3 Soprane", dann folgt ein „Lieder- und Arienabend“ im Forum Brixen.

Die SÜDTIROLERIN: Wäre etwas anderes als Sängerin für Sie möglich?

Martina Bortolotti: Es würde mir was fehlen, ohne Gesang… Ich glaube ich werde nie aufhören, zu singen, selbst wenn ich es einmal nicht mehr beruflich machen sollte.

Marlene Lichtenberg: Ich singe mit solcher Leidenschaft, dass ich mir einen anderen Beruf kaum vorstellen kann.

 

 

 

 

Ältere Beiträge zum Thema Reportagen und Porträts


Bookmarken Sie uns

bookmark in your browserbookmark at mister wongpublish in twitterbookmark at del.icio.usbookmark at digg.combookmark at furl.netbookmark at linksilo.debookmark at reddit.combookmark at spurl.netbookmark at technorati.combookmark at google.combookmark at yahoo.combookmark at facebook.combookmark at stumbleupon.combookmark at propeller.combookmark at newsvine.combookmark at jumptags.com