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Der Brixner Zahnarzt Dr. Anton Plattner ist unterwegs – im Namen der Zahnmedizin. Er besucht weltweit Kurse und internationale Kongresse, um immer auf dem neuesten Stand zu sein und seinen Patienten die bestmögliche Behandlung anbieten zu können. Pro Jahr investiert er zirka 300 Stunden seiner Freizeit in Fortbildungsveranstaltungen.
Zähne tragen zu einem Großteil zum optischen Gesamteindruck bei. Ein schönes, strahlendes Lächeln signalisiert Attraktivität und Gesundheit. Wenn ein Mensch mit seinen Zähnen unzufrieden ist, hat dieser automatisch ernstere und vielleicht auch verkrampfte Gesichtszüge, weil er sich nicht richtig traut, zu lachen; oder weil er sich schämt, es ihm peinlich ist, „Zähne zu zeigen“.
Aber soweit muss es gar nicht kommen. Heute es gibt tausende Möglichkeiten in der Zahnmedizin, um dem Abhilfe zu schaffen. Aber welche ist die richtige Methode? Dr. Anton Plattner besucht jährlich etliche Kurse und Kongresse weltweit, zum Beispiel war er auf einem großen Kieferorthopädie-Kongress im Boston-Convention-Center/USA, einer Diskussionsplattform für 18.000 Berufskollegen. Hier konnte er sich mit Zahnärzten aus aller Welt austauschen und sich ein konkretes Bild über den derzeitigen Stand der Zahnmedizin verschaffen konnte.
Die SÜDTIROLERIN: Herr Dr. Plattner, überall spricht man von Krise, auch in der Zahnmedizin?
Dr. Anton Plattner: Ich würde sagen, jetzt ist eine gute Zeit für Zahnbehandlung. Denn es gibt heute viele neue, einfachere und mit weniger Schmerz verbundene Methoden, um dem Patienten zu einem dauerhaft schönen Lächeln zu verhelfen. Denn auch in Krisenzeiten sollte man das Lachen nicht vergessen.
Die SÜDTIROLERIN: Wo liegen die Schwerpunkte und Vorteile der „neuen“ Zahnmedizin?
Dr. Anton Plattner: In der Implantologie und der Kieferregulierung. Es ist unglaublich, aber ich kann heute einen zahnlosen Kiefer mit Implantaten versorgen und darauf fixe Kronen anbringen. Das bedeutet, der Patient hat bis zu seinem Lebensende feste Zähne, fast wie echt. Das ist ein riesiger Fortschritt, vor allem für zahnlose Patienten! Die Erfolgschancen hierbei sind so groß, dass ich meinen Patienten folgendes anbieten kann: Sollte sein Kiefer das Implantat abstoßen, muss der Patient die Kosten für die Prozedur nicht übernehmen. Aber das kommt extrem selten vor.
Die Implantologie hat sich auch in der Einzelzahnversorgung bewährt. Nur noch ganz selten muss gesunde Zahnsubstanz für eine Brücke geopfert werden. Somit werden wir Zahnärzte auch immer öfter unserem eigenen Anspruch gerecht, denn das oberste Gebot in der Zahnheilkunde lautet: Gesunde Zahnsubstanz erhalten. Die Implantologie ist mittlerweile zum Standard geworden und aus der Zahnheilkunde und Kieferorthopädie nicht mehr wegzudenken.
Die SÜDTIROLERIN: Und was gibt es Neues in der Kieferregulierung?
Dr. Anton Plattner: Das Besondere hierbei sind die zarten Kräfte, mit denen gearbeitet wird. Mit Hilfe der Zahnregulierung (Zahnspange) kann man die Zähne nicht nur im Knochen sondern mit dem Knochen bewegen. Der Kiefer wird breiter (5-10 mm!), die Zähne gerader und das Lächeln strahlender. Der größte Vorteil ist aber, dass man fast nie mehr gesunde Zähne ziehen muss. Die Behandlung funktioniert bei Kindern und auch bei Erwachsenen, ist angenehmer und braucht weniger Zeit. In Mai in Boston auf dem Weltkongress konnte ich sehen, dass diese Zahnregulierung keine Modeströmung ist. Für mich wäre das Arbeiten mit einer alten Behandlungsmethode nicht mehr denkbar.
Eine weitere Neuigkeit sind die Miniimplantate. Mit diesen zarten Titan-Implantaten (8-10 mm lang, 1,8 mm breit) kann man so manche Kiefer-OP verhindern. Ich nutze sie auch für ein festes Zahnprovisorium, zum Beispiel nach einer kieferorthopädischen Behandlung; wenn ein Zahn nicht angelegt ist. Wenn der Knochen ausgewachsen ist, mit zirka 18 Jahren, kann die Zahnlücke dann mit einem fixen Implantat versorgt werden.
Die SÜDTIROLERIN: Es gibt doch sicherlich hunderte von Implantatsystemen. Nach welchen Kriterien treffen Sie Ihre Entscheidung?
Dr. Anton Plattner: Nun, das ist ähnlich wie im Profisport. Ganz wichtig sind sicherlich das Wissen und das Können. Aber ein Skifahrer kann noch so gut Ski fahren; wenn er einen Ski aus schlechtem Material hat, wird er das Rennen nicht gewinnen. Und so ist es auch bei mir. Das Material hat einen immens großen Einfluss auf das Ergebnis meiner Arbeit. Ich habe für mich das beste Material und komfortabelste System gefunden und bin sehr zufrieden damit. Um das beste Material und Behandlungssystem zu finden, habe ich die ganze Welt bereist.
Die SÜDTIROLERIN: Ich danke Ihnen sehr für das Gespräch und wünsche Ihnen weiterhin viel Spaß und Erfolg bei Ihrer Arbeit.
Das Interview führte Peggy Ziller
Fotos: Dr. Plattner privat